SO YOU THINK YOU YOU CAN DIGITAL ?

2013 | 06 | 27

Denken Sie digital …

Manchmal tue ich mich schon schwer. Manchmal ist es richtig anstrengend, wenn die Beratung nicht da ankommt wo sie ankommen soll.  Manchmal frage ich mich schon, weshalb man das eigentlich macht.

2013 | 06 | 27

Selbst schuld, die Kunden …

Das der Geschäftsführer eines mittelständischen Weltmarktführes keine Ahnung von Marketing hat, hat mich dann doch nachdenken lassen. Über den Mittelstand und dessen Führung. Gewachsen aus den Ruinen eines Krieges, groß geworden in der Zeit des Wiederaufbaus, etabliert und fett geworden in den Jahren der Wiedervereinigung. Marketing? Strategie? Wieso? Um es mit dem großen BOSCH zu sagen: “unsere Produkte sind die beste Werbung!".

Oder wie heute gehört: “Die Kunden sind schon eine wenig selbst schuld, wenn sie schlechte Produkte kaufen, hätten sich ja nur besser informieren müssen.” Was soll man dazu noch sagen, verdammte Kunden! Kaufen die einfach beim Wettbewerb Mist, als ob die das nicht besser wüssten. Und dieser Wettbewerb! Macht der doch einfach auf sich aufmerksam und kommuniziert! Das geht doch nicht.

Geht nicht? Gibt´s nicht? Doch, ist mir heute passiert. Und das hat mich dann doch nachdenklich werden lassen.

2013 | 06 | 07

Oh my God, the killed Fireworks …

Adobe – ein Unternehmen, das mich nun schon 25 Jahre in einer echten Hassliebe begleitet. Reich wurde man bei Adobe mit nur einem Produkt: PostScript – eine Revolution im Bürodruck. Endlich kann jeder in Satzqualität drucken und muss nicht mehr schlechte Outlineschriften verwenden, die auf jedem Drucker anders aussehen. Eine kleine Idee, die sich in großartige Lizenzgebühren verwandelte und zu einem nie versiegen wollenden Liquiditätsquell wurde. So ähnlich wie die Schloßallee bei Monopoly – allerdings mit Wegelagerrecht.

Adobe hat damit im wahrsten Sinne eine Gelddruckerei aufgemacht, die so viel einspielte, dass man sich entspannt an die Entwicklung anderer Dinge, wie beispielsweise Design-Software machen konnte.  viel gekauft mit dem Geld, dass wie gedruckt jeden Monat in die Kassen floß.  Ich spare mir die ganze Geschichte, auch wenn sie wirklich interessant ist und komme zum ersten meiner drei Punkte:

Gute Software entwickelt man für den Anwender

Adobe hatte soetwas aber nicht wirklich nötig, weil Geld war ja in ausreichenden Mengen vorhanden. Entsprechend konnte man sich auch Zeit lassen und Produkte in langen Entwicklungszyklen auf den Markt bringen. So geschehen bei Illustrator, der nach einem grandiosen Start fast drei Jahre auf ein Update warten musste, bzw. mussten die Anwender warten, dem Programm war das eigentlich egal – ebenso wie den Verantwortlichen bei Adobe. Geld? Keine Frage, das kam wie gedruckt.

Man kauft keine Unternehmen, um anschließend den Großteil der Produkte in die Tonne zu treten.

Nachdem man es nun nicht schaffte, außer einem zugekauften Produkt “Photoshop” weitere gute Software zu entwickeln, kaufte man einfach mal einen führenden Konkurrenten und bewies zum ersten Mal ein echtes Händchen für Endkundenwünschen, als man mit Aldus Freehand eines der erfolgreichsten Programme im grafischen Sektor einfach an einen weiteren Mitbewerber verkaufte, weil man ja über ein eigenes verfügte, das man aber nicht wirklich konsequent weiter entwickelte. Also erstes Programm raus und die anderen stiefmütterlich behandeln, weil ja (ok, das mit dem gedruckten Geld ist nicht mehr witzig :-)

Das erste Mal richtig sauer wurde ich, als man bei Adobe beschloss, PAGEMAKER - ein Urgestein des Publishings, einzustellen und durch InDesign - einen Haufen Mist, der nicht zu Ende entwickelt war und in der ersten Version nicht zu gebrauchen war, zu ersetzen. Jungs, das macht man nur, wenn der direkte Mitbewerber ein Haufen von arroganten Honks ist, die von einem Milliardär aus Langeweile finanziert werden. Naja, das war dann auch so.

Vor allem macht man das nicht mehrmals!

Interessanterweise will der unendliche Geldfluss aus den Laserdruckern dieser Welt einfach nicht versiegen, weshalb man bei Adobe einfach weitermacht und den nächsten Mitbewerber kauft: Macromedia, der wirklich einzig ernst zu nehmende Konkurrent im Medienmarkt. Allerdings auch nicht gerade von Granaten geführt und leider ohne sprudelnde Geldquelle, dafür mit einem Haufen fehlerbessesener Software geschlagen - und im übrigen der Wettbewerber, dem man das ungeliebte Freehand aufs Auge gedrückt hat.

Und was denkt man sich bei Adobe? Freehand noch einmal verkaufen? Auf den Trick fällte wahrscheinlich keiner mehr rein, also Software kurzerhand einstellen. Bumms, Aus, Ende – Anwender schau wo Du bleibst, wir haben da ein Programm für dich, das kann dasselbe, vertrau uns, wir stellen das auch nicht ein :-)

Allerdings stellt sich die berechtigte Frage, weshalb man irgend einem bei Adobe vertrauen sollte? Vor allem, nachdem nun bekannt wurde, dass man beschlossen hat, das einzig wirklich interessante Web-Design-Programm, nebenbei mein erklärtes Lieblingsprogramm: Fireworks (ja, Tusch, Raketen, Feuerwerk!) einzustellen. Einfach so. Nur diesmal gibt es keinen Ersatz, nur einen feuchten Händedruck und den Hinweis, dass man an etwas ganz dollem arbeite (ich erinnere mich da an das InDesign Desaster). Also liebe Adobes: Ich glaube Euch nicht mehr, ich schaue mich jetzt nach Alternativen um (gibt leider keine), in der Zwischenzeit werde ich aber meine Software hegen und pflegen, ihr eine kleine Partition der Zeitlosigkeit einrichten und versuchen, bis in alle Ewigkeit damit zu arbeiten. In jedem Fall aber so lange, bis es keine Laserdrucker mehr gibt und Ihr endlich auf dem Trockenen sitzt!

 

2013 | 06 | 07

Relaunch – Welcome to the next step.

Hallo again, wir haben nach einer länger Pause unseren Auftritt relauncht und wieder belebt. Viel Spaß beim Lesen.